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Ausflugstipps für tschechische Nationalparks (3): Böhmische Schweiz

10. April 2026 4 Min. Lesezeit

Jeder unserer Nationalparks hat seine „Highlights“, und die Böhmische Schweiz bildet da keine Ausnahme. Unter den vier Geschwistern ist sie die jüngste, erst 19 Jahre alt. Das Wichtigste sind jedoch ihre Schätze, die nicht aus Gold, Silber oder Diamanten bestehen, sondern aus Sandstein! Lassen Sie uns virtuell durch weitläufige Felsenstädte spazieren, zwischen Sandsteinpalästen und Wolkenkratzern, die mit der Welt der Fauna und Flora durch einen ganz einzigartigen „Lebensstil“ verbunden sind. Länge der gesamten Route (Rundweg): 38 km (Routenkarte) Durch die Böhmische Schweiz fließt der wilde Fluss Kamenice (Kamnitz), und genau an seiner Mündung in die Elbe in Hřensko (Herrnskretschen) beginnen wir unsere Reise. In Hřensko finden Sie nur wenige Häuser und wenige ständige Bewohner, dafür aber viele Touristen. Es ist die tiefstgelegene Siedlung Tschechiens (115 m ü. M.) und hat aufgrund ihrer ungewöhnlichen Lage (an den Ufern des Flusses in einem engen, von hohen Felsen gesäumten Tal) einen ganz besonderen Charme.

Sich mit der Strömung treiben lassen

Gegen die Strömung der Kamenice steuern wir direkt auf die berühmte Edmundsklamm („Stille Klamm“) zu. Nach knapp drei Kilometern auf dem Pfad, der stellenweise in den Fels gehauen ist, versperrt uns jedoch das Wasser den Weg. Keine Sorge, wir setzen mit dem Boot fort! Die Fahrt durch die malerische Klamm lohnt sich auf jeden Fall, achten Sie nur darauf, den richtigen Monat und die richtige Tageszeit zu wählen. Sobald Sie aussteigen, erwartet uns wieder ein Stück Weg zu Fuß und dann eine weitere Bootsfahrt, diesmal durch die kürzere Wildkamm. Beide Fahrten dauern 15–20 Minuten.

Böhmische Schweiz - Kamenice
Kamenice

Wir verlassen die Klamm bald, kehren aber schon bald zum Fluss zurück. Die blaue Wanderwegmarkierung führt uns am Aussichtspunkt Ptačí kámen (Vogelstein) vorbei und durch das Dorf Vysoká Lípa zur geheimnisvollen Ruine der Dolský mlýn (Grundmühle), wo mehrere berühmte Märchenfilme gedreht wurden. Von der Kamenice verabschieden wir uns dann auf einer der ältesten tschechischen Brücken aus dem Jahr 1902. Das Flüsschen Jetřichovická Bělá wird unser nächster Begleiter sein, und entlang seines Laufs gelangen wir nach Jetřichovice (Dittersbach), wo Sie einen angenehmen und bewährten Autocamp finden.

Ein kleiner Abstecher zur Ruine der Burg Falkenštejn (Falkenstein) lohnt sich zweifellos. Sie wurde in einen massiven Einzelfelsen gehauen, und obwohl von der Burg selbst kaum etwas übrig geblieben ist, kann ich die ausgehauenen Kammern und den Ausblick vom Felsen nur empfehlen.

Böhmische Schweiz - Ruine der Dolský mlýn
Ruine der Dolský mlýn

Auf in den Himmel!

Weitere Aussichten erwarten uns auf den Jetřichovické stěny (Dittersbacher Wände). Hier finden Sie drei beeindruckende Aussichtspunkte: Mariina skála (Marienfels), Vilemínina stěna (Wilhelminenwand) und Rudolfův kámen (Rudolfstein). Da sind wir bereits voll eingetaucht in das weite Meer aus Sandsteinfelsen, das sich nach Norden bis nach Deutschland erstreckt, wo der Nationalpark als Nationalpark Sächsische Schweiz weitergeht.

Böhmische Schweiz - Wilhelminenwand
Wilhelminenwand

Entlang des Ufers dieses imaginären Meeres wandern wir dann weiter bis zur nächsten Felsenburgruine – Šaunštejn (Schauenstein), die auch als Räuberburg bezeichnet wird.

Der Aufstieg über Leitern und Rampen auf den massiven Felsblock wird Ihnen buchstäblich den Atem rauben, ebenso wie die weiten Ausblicke von der 70 Meter langen Gipfelplattform. Die nächste Station auf der Route ist das Malá Pravčická brána (Kleines Prebischtor), ein Vorgeschmack auf die Hauptattraktion des gesamten Parks. Bevor wir sie jedoch erreichen, müssen wir noch ein Stück Weg zurücklegen. Sie werden es jedoch nicht bereuen, denn wir werden immer wieder die fantastischen Formen der unzähligen Sandsteinfelsen bewundern.

Böhmische Schweiz - Šaunštejn
Šaunštejn
Böhmische Schweiz - Gabrielensteig
Gabrielensteig

Die Reise beginnt auf dem Gabrielensteig (Gabrielina stezka) zu gipfeln, der von Mezní louka (Rainwiese) in einem steilen Hang bis zu den Dlouhodolské stěny ansteigt. Hier erblicken wir das legendäre Prebischtor (Pravčická brána), das wohl eine der bekanntesten Naturformationen (nicht nur) in Tschechien ist. Mit einer Höhe von 16 Metern und einer Spannweite von 26,5 Metern ist es das größte natürliche Sandsteinfelsentor in Europa.

Der Ort bietet jedoch viele weitere beeindruckende Naturwunder, insbesondere massive Felsentürme (Křížová, Václavská, Malý Pravčický kužel) und atemberaubende Ausblicke auf das unbezähmbare, ewige und doch vergängliche Sandsteinkönigreich. Unterhalb des Tores finden wir auch das Ausflugsschlösschen Sokolí hnízdo (Falkennest) aus dem Jahr 1881, das im alpinen Stil erbaut wurde. Von dort sind es nur noch wenige Kilometer bis zur Vollendung des Rundwegs, also bis zur Rückkehr nach Hřensko.

Prebischtor - Böhmische Schweiz
Prebischtor
Prebischtor - Falkennest
Prebischtor - Falkennest

Ich hoffe, dass die Böhmische Schweiz Ihr Interesse geweckt hat und Sie sich bald aufmachen, um sich von ihr von Angesicht zu Angesicht verzaubern zu lassen. Vor uns liegt nun aber der letzte Nationalpark – und der größte Brocken zum Schluss – der Böhmerwald (Šumava)!

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