Als ich den Rucksack Chiemsee School Backpack S16 in die Hände bekam, war ich von seiner Leichtigkeit angenehm überrascht. Leider stellte sich während des Tests heraus, dass dieser vermeintliche Vorteil auch ein Nachteil sein kann.
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| + geringes Gewicht | - weiches Rückensystem |
| + schönes Design | - sehr lockerer Brustgurt |
| + kleines Brillenfach | - unpraktischer Organizer |
| + große Seitentaschen aus Netzstoff |

Alles hängt vom Blickwinkel ab

Da ich eher Sportrucksäcke gewohnt bin, hat mich der Chiemsee anfangs ziemlich enttäuscht. Ein weicher Rücken ist einfach nicht für das längere Tragen schwerer Lasten geeignet. Dann wurde mir jedoch klar, dass ich das Ganze von der falschen Seite betrachtete – ich kann einen City-Rucksack nicht nach den Kriterien eines Sportrucksacks beurteilen! Und plötzlich begann ich die Vorzüge zu entdecken, die der Chiemsee verbarg.
Ein bunter Begleiter für die Stadt
Das Gesamterscheinungsbild des Rucksacks ist keineswegs schlecht. Ich habe mich für die Farbvariante Plaid Regatta entschieden, also verschiedene Blautöne in Kombination mit einer einfarbigen blauen Fläche. Nach einem halben Jahr intensiver Nutzung zeigt der Rucksack keine Anzeichen von Verschleiß oder verblassten Farben, was mich ehrlich überrascht hat. Auch die Reißverschlüsse sind gut verarbeitet, und die farblich abgestimmten Zipper gleiten geschmeidig über die Zähne. Ein gestalterisches und zugleich funktionales Element sind die zwei Riemen mit Schnallen an der Vorderseite des Rucksacks. Eine praktische Sache, wenn man seine Oberbekleidung ablegen muss und plötzlich feststellt, dass man sie nirgendwo verstauen kann.

Aussehen ist jedoch nicht alles

Auch ein City-Rucksack ist nicht nur eine Designfrage. Er sollte auch gewisse Anforderungen an Qualität und Funktionalität erfüllen. Was habe ich also im Inneren entdeckt? Das Hauptfach verbirgt ein praktisches Laptopfach. Mein 17-Zoll-Riese passte zwar nicht hinein, aber ich muss das Gummiband an der Oberseite loben, das die Elektronik fest, aber schonend umschließt und sicher im Inneren hält. Es muss sich dabei nicht unbedingt um einen Laptop oder ein Tablet handeln; ich habe das Fach hauptsächlich für Dokumente, Bücher oder Mappen verwendet. Der verbleibende Platz im Rucksack ist groß genug, um alle anderen Dinge zu verstauen – schließlich gehört dieses Modell mit einem Volumen von 28 Litern nicht zu den Kleinsten.
In den Raum des Hauptfachs ragt auch eine kleine Tasche hinein. Der Zugang befindet sich oben am Rucksack direkt neben dem Tragegriff. Die Tasche ist quadratisch und misst 16 x 16 Zentimeter, was wiederum ziemlich viel Platz bedeutet. Für den täglichen Gebrauch ist das ein tolles Feature; man kann problemlos Handy, Schlüssel, Fitnessstudio-Ausweis oder ein kleines Notizbuch mit Stift darin unterbringen. Einfach Platz für Kleinigkeiten, die man griffbereit haben möchte, ohne den ganzen Rucksack öffnen zu müssen.
Die Vordertasche verfügt über einen integrierten Organizer, der mich jedoch eher enttäuscht als begeistert hat. Die Fächer sind flach und niedrig. Außer dem Stift, der an seinem Platz blieb, fiel mir der Rest der Sachen immer in den verbleibenden Raum der Tasche, sodass ich nach ein paar Versuchen die Nutzung dieses "Features" aufgab und die benötigten Dinge direkt unten in die Tasche legte. Bei den meisten Rucksäcken gehört auch ein Schlüsselanhänger zum Organizer, der hier leider ebenfalls fehlt.

Was ich jedoch schätze, sind die Kompressionsriemen an den Seiten des Rucksacks. Die einfach verstellbaren Bänder ermöglichen es, einen halb leeren Rucksack leicht auf eine akzeptable Größe zu verkleinern, was sich auf dem Rücken viel angenehmer trägt. Die seitlichen Netztaschen sind ungewöhnlich groß und geräumig. Sie kamen sogar mit einer Champagnerflasche zurecht (beim Testen muss man den Rucksack allen möglichen Situationen aussetzen ;-)), daher bewerte ich dieses Element definitiv positiv.
Stadt oder Natur?

Im Rahmen des Tests habe ich den Rucksack meistens zur Arbeit getragen, daher war er eher einer geringeren Belastung ausgesetzt. Für die Stadt ist es ein angenehmer, leichter Rucksack mit der Möglichkeit, einen Brust- und Hüftgurt zu schließen. Der Brustgurt war für mich jedoch eine Enttäuschung – er ist recht locker aufgehängt und rutscht leicht aus der Schiene, sodass die Gefahr besteht, einen Teil davon zu verlieren. Wenn Sie den Hüftgurt gar nicht verwenden möchten, lässt er sich leicht abnehmen, da er mit Klettverschluss befestigt ist.
Eine weitere große Enttäuschung war für mich das Rückensystem, dem leider jegliche Belüftung fehlt. An heißen Tagen klebte der Rucksack unangenehm am Rücken und war nicht atmungsaktiv. Die Schultergurte sind relativ weich und kratzen nicht an den Schultern. Aber auch hier gilt: Da es sich um einen City-Rucksack handelt, gibt es außer der Längenverstellung keine Möglichkeit zur feineren Anpassung.
Fazit
Ich habe den Rucksack Chiemsee School Backpack S16 über ein halbes Jahr lang getestet und würde ihn generell vor allem denjenigen empfehlen, die sich regelmäßig in den Straßen der Stadt bewegen. Er eignet sich sicherlich hervorragend für junge und aktive Menschen mit vielen Interessen, seien es Kurse, Sporttraining oder Treffen mit Freunden. Der Rucksack hat ein relativ großes Volumen, sodass man vielleicht dazu neigt, alles Mögliche hineinzupacken, aber bedenken Sie, dass er einen weichen Rücken hat und die Art und Weise, wie die Dinge im Rucksack verstaut sind, den Tragekomfort stark beeinflusst. Aus den oben genannten Gründen würde ich diesen Rucksack hingegen keinesfalls für Wanderungen oder längere Fußmärsche mit schwerer Last empfehlen.
