Während ein Mensch ohne Nahrung wochenlang überleben kann, kommen wir ohne Wasser kaum ein paar Tage aus. Beides ist auf einer Trekkingtour wichtig, um die Leistungsfähigkeit und das Wohlbefinden zu erhalten. Deshalb haben wir den vorherigen Teil unserer Serie Schritt für Schritt der Ernährung auf Wanderungen gewidmet und schauen uns diesmal die Flüssigkeitszufuhr an: Welche Wassermenge sollte man mitnehmen? Worin transportiert man sie? Und wie stellt man die Reinheit sicher?
Wie viel Wasser werde ich auf dem Trekking benötigen?
Verschiedene Quellen empfehlen unterschiedliche Mengen an Wasser pro Tag. Die wohl häufigste Formel lautet: Körpergewicht in kg / 30 = empfohlene tägliche Flüssigkeitsmenge in Litern. Eine Person mit 80 Kilogramm Körpergewicht sollte also 2,66 Liter Wasser pro Tag trinken. Kaffee, schwarzer Tee und natürlich Alkohol zählen nicht zu dieser Flüssigkeitszufuhr. Die genannte Formel (und viele ähnliche) ist jedoch nur ein Richtwert; der tatsächliche Bedarf hängt beispielsweise von der erbrachten Leistung, der Temperatur und der Luftfeuchtigkeit der Umgebung ab, aber auch von den individuellen Bedürfnissen jedes Einzelnen. Eine optimale Flüssigkeitsmenge lässt sich daher nicht pauschal festlegen. Sie können jedoch die oben genannte Formel als Orientierungshilfe nutzen und das berechnete Volumen als Minimum betrachten.

Wie viel Wasser werde ich WIRKLICH benötigen?
Was meine persönlichen Erfahrungen betrifft: Während mir im Winter etwa 2–2,5 Liter Wasser pro Tag ausreichen, trinke ich an einem heißen Sommertag auf einer anspruchsvolleren Wanderung auch schon mal 6 Liter. Es ist auch wichtig zu bedenken, dass Wasser nicht nur zum Trinken benötigt wird, sondern auch zum Kochen, Waschen, für die Hygiene oder beispielsweise zur Reinigung einer Wunde nützlich sein kann. Es ist jedoch natürlich undenkbar, 20 Liter Wasser auf einer einwöchigen Trekkingtour mit sich zu tragen. Sich nicht mit dem Tragen von Wasser zu belasten und an Quellen „auf Vorrat“ zu trinken, ergibt ebenfalls keinen Sinn. Die Nieren können nur etwa 300–350 ml Wasser pro Stunde verarbeiten. Woher bekommt man also weiteres Wasser, wenn man sich abseits der Zivilisation bewegt und die Quellen ausgetrocknet sind?

Wasseraufbereitung
Es gibt vier grundlegende Methoden, um Wasser von Verunreinigungen zu befreien: Abkochen (mindestens 10 Minuten sprudelnd kochen, ggf. Destillation), Filtration (mit Hilfe von Outdoor-Filtern), chemische Reinigung (z. B. zweistufige chemische Sets) und UV-Strahlung (mit einer tragbaren Lampe). Auf diese Weise können Sie Trinkwasser aus jeder natürlichen Quelle gewinnen, die nicht durch anorganische Abfälle der Zivilisation belastet ist. Bei Chemikalien müssen wir vorsichtiger sein: Nicht alle Filter und Methoden können diese aus dem Wasser entfernen.
Für Quellen gilt: Je näher an der Quelle und je weiter entfernt von menschlichen Siedlungen, Verkehrswegen, Industrie und Feldern, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Wasser weniger bedenklich ist. Wenn sich ein Feld in der Nähe befindet, versuchen Sie, das Wasser oberhalb davon zu gewinnen und nicht unterhalb (um industrielle Düngemittel, Pestizide, Herbizide und andere -zide zu vermeiden, die in das Wasser geschwemmt wurden).

Wie oft sollte man trinken?
Wir haben bereits erwähnt, dass die Nieren etwa 300–350 ml Wasser pro Stunde verarbeiten können. Auf dem Trekking gilt zudem (ähnlich wie beim Essen) der Grundsatz, regelmäßig in kleinen Mengen zu trinken. Ideal ist es daher, sich etwa alle 15 Minuten einen Schluck Wasser zu gönnen. Zu diesem Zweck eignen sich perfekt Trinkblasen mit Schlauch. Die Trinkblase wird an einer speziellen Schlaufe im Rucksack befestigt, in das dafür vorgesehene Fach eingelegt, der Schlauch durch eine versteckte Öffnung geführt und am Schultergurt fixiert. Wenn Sie trinken möchten, ziehen Sie einfach den Schlauch heraus und trinken das Wasser aus dem Inneren des Rucksacks. So können Sie bequem und regelmäßig während des Gehens trinken, ohne alle Viertelstunde den schweren Rucksack vom Rücken nehmen zu müssen.

Auswahl des geeigneten Behälters
In unserem Sortiment finden Sie eine ganze Palette an Flaschen. Von sehr leichten Kunststoffflaschen (z. B. Nalgene Narrow Mouth 1 l), robusten Metallflaschen (z. B. Mizu V8 Stainless) bis hin zu Glasflaschen (z. B. CamelBak Eddy Glass 0,7 l). Sie können aus Volumina von 0,35 l (z. B. Nalgene Flask 0,35 l) bis zu 1,5 Litern (z. B. Nalgene Wide Mouth Silo 1,5 l) wählen.
Sehr praktisch sind auch weiche Trinkbeutel (z. B. Salomon Soft flask 0,5 l oder Hydrapak Stash 1 l), die einerseits sehr leicht sind, aber vor allem im Rucksack nicht mehr Platz einnehmen, als das Wasser, das Sie darin transportieren. Sie eignen sich perfekt als Reserve-/Ersatzflaschen. Ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, dass es besser ist, mehr Behälter als Wasser mitzunehmen. Und das aus zwei Gründen: Wenn die Wasserquellen weiter auseinander liegen, ist das zusätzliche Volumen nützlich. Zweitens: Wenn Sie eine Flasche beschädigen oder verlieren, werden Sie froh über einen Ersatz sein.

Zu den Flaschen können auch verschiedene Zubehörteile nützlich sein: zum Beispiel Isolierhüllen (z. B. Nalgene Bottle Clothing Classic Neoprene Green/gray), die das Getränk länger warm oder kalt halten, Reinigungssets für Trinkblasen (z. B. CamelBak Reservoir Brush kit), Reduzierstücke für einfacheres Trinken (z. B. Nalgene Easy Sipper 63mm Yellow) und Ersatzteile für verschiedene Flaschentypen.
Weitere Tipps zur Auswahl der passenden Flasche finden Sie in unserem Ratgeber.
Jetzt werden Sie bei Fragen zum Thema Flüssigkeitshaushalt nicht mehr den Überblick verlieren. Und damit Sie sich auch im Gelände nicht verlaufen, widme ich den nächsten Teil der Serie Schritt für Schritt der Orientierung und der Arbeit mit der Karte.
Photo #2 by Jeremy Bishop on Unsplash