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INTERVIEW: Zusammen sind wir unschlagbar, glauben die Geschwister Ptáček

8. März 2018 8 Min. Lesezeit

Als ich versuchte, vor dem Interview einen detaillierten Überblick über ihre sportlichen Karrieren zu bekommen, blieb mir vor Bewunderung der Mund offen. Meine Eindrücke lassen sich wie folgt zusammenfassen: Josef und Martina Ptáček – Geschwister, denen die Welt des Kampfsports zu Füßen liegt.

Ihr habt beide bereits eine beachtliche Reihe von Erfolgen in mehreren Disziplinen hinter euch. Welche schätzt ihr am meisten?

J: Ich freue mich über jeden Sieg und schätze alle erreichten Erfolge. Ich bin nicht der Typ Mensch, der ständig Turniere sucht; die Wettkämpfe selbst mag ich gar nicht so sehr. Ich bevorzuge das Training, sowohl mein eigenes als auch das anderer Leute. Ich lerne unglaublich gerne neue Dinge und probiere verschiedene Techniken und Sportarten aus. Ich gehöre zu der kleinen Gruppe von Kämpfern, die in verschiedenen Kampfsportdisziplinen antreten können. Medaillenerfolge habe ich im Brasilianischen Jiu-Jitsu, MMA, Kickboxen und Hand-to-Hand erzielt. Zu meinen größten Erfolgen zählen die Titel als dreifacher Vizeweltmeister im Grappling sowie Vizeeuropameister im Fighting. Und jetzt habe ich auch den 1. Platz im SUMO und den 3. Platz im Judo erreicht.

M: Jeder Sieg bereitet mir Freude und motiviert mich. Aber anstatt an Wettkämpfen teilzunehmen, widme ich mich lieber Kindern und Erwachsenen aller Altersgruppen. Ich organisiere für sie verschiedene Veranstaltungen, Workshops oder Diskussionen. Das erfüllt mich wirklich. Zu Wettkämpfen fahre ich öfter ins Ausland und wähle die wichtigen Events aus. Genau wie mein Bruder bin ich in der Lage, in verschiedenen Kampfsportarten anzutreten. Zuletzt habe ich ein SUMO-Turnier gewonnen. Am liebsten mag ich jedoch Boxen und Kickboxen, wo ich die größten Erfolge feiere. Am meisten schätze ich den Gewinn von vier Weltmeistertiteln im Kickboxen, und gleichzeitig bin ich Trägerin des Weltcup-Gürtels. Aber auch andere Siege sind für mich von großem Wert.

Wie seid ihr zum Kampfsport gekommen? Haben euch eure Eltern zum Sport geführt?
Geschwister Ptáček - Erfolge im Kampfsport

J: Unsere Eltern haben uns zum Sport geführt, und dass ich mit dem Kampfsport angefangen habe, lag auch an Martina, die sich bereits damit beschäftigte. Ich erinnere mich gut daran, wie sie nach dem Training verschiedene Techniken an mir ausprobierte. Um zu überleben, musste ich auch anfangen zu trainieren. Dann hat es mich wirklich gepackt und ich habe angefangen, hart an mir zu arbeiten.

M: Zum Sport im Allgemeinen haben mich meine Eltern gebracht. Mit dem Kampfsport habe ich schon in der ersten Klasse angefangen, auf Anregung meines Vaters, der auch mein erster Trainer wurde und mit dem wir (jetzt auch mit meinem Bruder) bis heute zusammenarbeiten. Anfangs dachte niemand daran, dass ich in diesem Bereich jemals Wettkämpfe bestreiten würde. Der Hauptgedanke und das Ziel waren, dass ich mich gegen mögliche Gewalt, Mobbing und Ähnliches verteidigen kann.

Gibt es zwischen euch eine geschwisterliche Rivalität oder zieht ihr eher an einem Strang, motiviert und unterstützt euch gegenseitig?

J: Eine Rivalität zwischen mir und Martina gibt es nicht. Wir sind beste Freunde und ergänzen uns großartig. Wenn dem einen etwas gelingt, freut sich der andere riesig darüber. Wir beneiden uns überhaupt nicht. Wir motivieren uns gegenseitig.

M: Geschwisterliche Rivalität existiert bei uns überhaupt nicht. Mein Bruder und ich sind beste Freunde, wir ziehen immer an einem Strang und versuchen, uns gegenseitig zu helfen. Jeder von uns zeichnet sich in etwas anderem aus, und wenn wir das kombinieren, sind wir unschlagbar…

Sich auf einem solchen Niveau dem Sport zu widmen, bringt auch die Notwendigkeit mit sich, viele Freizeitaktivitäten einzuschränken, mit denen Gleichaltrige ihre Zeit verbringen. Hatet ihr jemals Probleme, euch in eine Gruppe einzufügen? Fallen euch andere negative Aspekte ein oder etwas, das euch der Sport eher genommen als gegeben hat?

J: Ich mag Sport, aber meine ganze Zeit im Fitnessstudio zu verbringen, ist definitiv nicht mein Fall. Neben Kampfsport fahre ich gerne Rad oder unternehme Wanderungen. Zusammen mit Martina nehmen wir gerne an verschiedenen Läufen teil, am liebsten an extremen. In der Schule – ich studiere an der Fachoberschule für EU-Verwaltung mit rechtlichem Schwerpunkt – habe ich keinen individuellen Plan. Dieselbe Schule hat auch meine Schwester besucht und ich bin dort sehr zufrieden. Ich sehe keine negativen Aspekte beim Sport, eher im Gegenteil, er hat mich sehr bereichert. Ich habe kein Problem damit, mich unter Leute zu mischen, aber manche Sorgen oder Aktivitäten meiner Altersgenossen verstehe ich nicht und sie interessieren mich überhaupt nicht.

M: Sport ist definitiv nicht das Einzige, womit ich mich beschäftige. Ich bin nicht der Typ, der seine ganze Zeit im Fitnessstudio damit verbringt, auf einen Boxsack einzuschlagen. Das würde ich niemals zulassen. Beim Sport schaffe ich problemlos mein Universitätsstudium und meine Arbeit. Außerdem widme ich mich den verschiedensten Aktivitäten. Ich habe meine eigene Kollektion von Handtaschen und Schmuck, die ich entwerfe. Ich reise gerne und lerne Fremdsprachen. Ich habe durch den Sport definitiv mehr gewonnen als verloren. Ich habe kein Problem damit, mich in eine Gruppe einzufügen, aber es hängt sehr von den Leuten ab. Die Sorgen meiner Altersgenossen erschienen mir manchmal und erscheinen mir immer noch kindisch.

Was ist eure Meinung dazu, dass aktive Bewegung heute im Leben (nicht nur) junger Menschen deutlich abnimmt? Was würdet ihr ihnen mit auf den Weg geben?

J: Sport verschwindet langsam aber sicher aus dem Leben der Menschen. Eltern sind meist ein schlechtes Vorbild für ihre Kinder. Bewegung sollte eine tägliche Freude werden und Zufriedenheit bringen.

M: Es ist so. Eltern führen ihre Kinder nicht zur Bewegung, sie verbringen die meiste Zeit getrennt und widmen sich dann Aktivitäten, die nichts mit Bewegung zu tun haben. Wer würde sich schon freiwillig abmühen, wenn man sich ausruhen kann? Jeder sollte sich aber bewusst machen, dass man das nur für sich selbst tut.

Geschwister Ptáček - Sportler mit Leib und Seele
Wettkämpfe, Training oder Trainingslager erfordern auch viel Reisen – ist das für euch ein Hobby oder eine lästige Notwendigkeit?

J: Reisen ist einfach super. Dank des Sports komme ich an verschiedene Orte und lerne neue Leute kennen. Ich reise gerne und oft, und das nicht nur für den Sport. Reisen ist das Hobby unserer ganzen Familie. Das Einzige, was ich nicht mag, ist der Transport in überfüllten Verkehrsmitteln.

M: Meine Aktivitäten, nicht nur sportliche, erfordern viel Reisen. Wenn es um Reisen z. B. mit öffentlichen Verkehrsmitteln geht, ist es für mich eine Notwendigkeit, aber das Reisen durch verschiedene Ecken Tschechiens oder ins Ausland ist definitiv ein Spaß. Reisen ist für mich nämlich ein Hobby. Ich lerne gerne neue Leute und Orte kennen, und wenn ich frei habe, ist es noch schöner.

Wo hat es euch bisher am besten gefallen?

J: Es gibt viele Orte, die ich mag, und sie müssen nicht nur hinter den Grenzen unseres schönen Landes liegen. Aber wenn ich nur einen Ort auswählen müsste, wäre es definitiv Monaco, wohin wir regelmäßig mit meiner Schwester fahren. Wir haben dort auch den Jahreswechsel verbracht.

M: Ich bin wirklich viel gereist und glaube, dass meine Reisen noch nicht zu Ende sind. Ich reise gerne durch Tschechien und ins Ausland. Der bisher schönste Ort für mich war Monaco, das ich schon mehrmals besucht habe.

Geschwister Ptáček
Auf Reisen begleitet euch der Bordrucksack CabinZero und neuerdings auch der Rucksack Woxkon von jungen tschechischen Designern. Wie haben sie sich in der Praxis bewährt?

J+M: Man könnte sagen, dass wir ohne sie nicht mehr aus dem Haus gehen! Der Bordrucksack hat uns sozusagen mehrmals das Leben gerettet. Nun ja, eigentlich immer, wenn wir das Flugzeug als Transportmittel nutzen. Der Rucksack hat natürlich die erlaubten Maße und man kann unglaublich viele Dinge hineinstopfen. Wir benutzen ihn aber auch in anderen Verkehrsmitteln. Er sieht gut aus und ist wirklich funktional. Wir nutzen ihn auch für Reisen zu unserem Training, aber da wir nur einen haben und er für lange Reisen unsere erste Wahl ist, achten wir darauf, ihn nicht unnötig zu beschädigen. Zuletzt war er mit uns beim Olympischen Festival.

Den zweiten Rucksack Woxkon haben wir kürzer, aber er hat uns schon zum Tschechischen Rundfunk, zu Dreharbeiten des Tschechischen Fernsehens, zur Russischen Botschaft und an andere Orte begleitet. Er hat ein schönes Design und wir haben ihn wirklich ins Herz geschlossen. Auf Reisen nutzen wir ihn vor allem für Dokumente und kleinere Dinge, auch wenn wirklich viel hineinpasst. (Den Rucksack benutzt hauptsächlich Pepa, weil er ihn mir nicht gerne ausleiht. Aber meine Sachen passen auch hinein, und das ist die Hauptsache, fügt Martina hinzu). Woxkon nutzen wir nicht nur auf langen Reisen, sondern auch beim Transport zu verschiedenen Workshops, Interviews oder Dreharbeiten. Beide Rucksäcke können sowohl für sportliche Zwecke als auch im Alltag verwendet werden.

Bordrucksack CabinZero
Was steht bei euch in nächster Zeit an (sowohl im Sport als auch allgemein) und worauf freut ihr euch am meisten?

J + M: Pläne und Ideen haben wir wirklich viele, nur die Zeit fehlt ein bisschen.

J: In nächster Zeit bereite ich mich auf internationale Wettkämpfe im Brasilianischen Jiu-Jitsu vor, dann folgt die Tschechische Meisterschaft im Fighting und so weiter. Ich werde auch die Laufwettbewerbe oder den Marsch Prag–Prčice nicht vergessen. Im Mai fahren wir mit Martina nach Rumänien, wo wir unsere Kampfsportarten unterrichten werden. Neben dem Sport erwartet mich zum Beispiel die juristische Praxis. Und worauf ich mich noch freue? Auf einen Besuch in Brüssel, wo wir wieder trainieren werden.

M: Bald bereite ich mich auf Wettkämpfe in Deutschland vor, danach steht die Verteidigung meines Weltmeistertitels im Kickboxen an. Weitere Wettkämpfe werden in Russland stattfinden. Neben dem Sport erwarten uns Dreharbeiten für eine Fernsehsendung mit Heidi Janků, mehrere Interviews im Tschechischen Rundfunk und vieles mehr.

Habt ihr ein Motto, das euch antreibt?

J: Ich habe kein Motto. Ich folge meinen Gefühlen.

M: Unser Schicksal liegt nicht in den Sternen, sondern in uns.

Vielen Dank für eure Zeit und ich wünsche euch viele weitere Erfolge und Freude an dem, was ihr tut!
Geschwister Ptáček - Interview

Einführungsfoto: Daniel Vojtěch; andere Fotos: Archiv der Geschwister Ptáček

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