Ist es möglich, Reisen, Minimalismus und den Schutz unseres Planeten zu verbinden? Das haben wir die Expertin schlechthin gefragt – die inspirierende Reisende, die Sie aus den sozialen Medien unter dem Pseudonym Weef kennen.
Hallo Veru, zuerst möchte ich dir danken, dass du dir Zeit für das Interview genommen hast. Bei deinem vollen Terminkalender war das sicher nicht einfach. Oder irre ich mich? Bist du ständig im Arbeitseinsatz oder gönnst du dir über den Sommer einen Urlaubsmodus?
Wie du sagst, ich bin gerade voll im Arbeitseinsatz. Der Sommer ist nämlich die richtige Zeit zum Reisen. Und da ich meine Reisen und Tipps dazu über meinen Blog und meine Videos teile, wird mir nicht langweilig. :) Aber ich genieße es trotzdem, weil ich tue, was mir Spaß macht.

Wann und wie ist dein Motto „Weniger Dinge, mehr Erlebnisse“ entstanden?
Es entstand vor fast vier Jahren, als ich auf Reisen ging und anfing, den Blog zu schreiben. Damals besaß ich noch ziemlich viel Kleidung und unnötigen Kram. Während der Reisen fand ich heraus, dass ich das zum Leben nicht brauche und es mir ohne besser geht. Dann habe ich mich einmal in einem Video mit diesem Motto verabschiedet und das war's! :)
Wichtig ist, vorbereitet zu sein
Ich nehme an, dass du also keine unnötigen Dinge auf Reisen mitnimmst. Ohne was würdest du jedoch niemals irgendwohin fahren?
Eindeutig ohne Trinkflasche, Laptop, Handy, Kamera, Ladegeräte, Geldbörse, Stofftasche und mein eigenes Reisebesteck. Eigentlich spielst du mir den Ball perfekt zu, ich bereite gerade ein Video zu diesem Thema vor.
Wie lässt sich Reisen am besten mit Zero Waste und einem „eco-friendly“ Lebensstil verbinden? Zum Beispiel passt der Flugverkehr nicht wirklich in diese Konzepte…
Mein ganzer Blog und meine Netzwerke handeln von meiner Reise und davon, wie ich diesen Lebensstil kennenlerne, was zu mir passt und was nicht. Ich bin kein Prototyp eines auf der Yogamatte schwebenden Wesens. Damit verwechseln mich die Leute manchmal in ihren Vorstellungen. So funktioniert das nicht. Ich versuche, nach und nach Alternativen in mein Leben zu bringen, die nicht nur mir, sondern auch dem Planeten das Leben erleichtern. Ich setze mich aber nicht unter Druck.
Wenn es zum Beispiel um das Thema Fliegen geht, ist das eine heikle Sache. Genau in dieser Richtung versuche ich mich momentan weiterzubilden, Fachartikel zu suchen und herauszufinden, wie es eigentlich ist. Was Zero-Waste angeht, ist es meist gar nicht so kompliziert. Es reicht, die nötige Ausrüstung mitzunehmen – eine Box, eine Flasche und so weiter. Einfach vorbereitet sein.

Von welchem Land sollten wir beim Umgang mit Abfall lernen?
Zum Beispiel Deutschland hat das besser im Griff, zum Beispiel funktioniert die Rücknahme von Plastikflaschen dort wunderbar. Warum also nicht auch bei uns...?
Soziale Netzwerke sind wie eine Gabel
Du nutzt soziale Netzwerke ausgiebig – sie haben sicher ihren Reiz. Nimmst du aber auch ihre negativen Aspekte wahr? Oft vertreiben wir uns in Verkehrsmitteln die Zeit mit der Nase im Handy, anstatt die Reise selbst zu genießen, und wenn wir nicht mindestens fünf Instagram-Posts mit einer zweistelligen Anzahl an Herzen vom Urlaub haben, fühlen wir uns nicht gut…
Ich nutze sie als Kommunikationskanal, aber nicht als Aufzeichnung von allem, was ich tue. Vielleicht nehme ich sie deshalb etwas anders wahr. Von Anfang an habe ich Privatleben und Netzwerke getrennt. Klar, ich zeige zu Hause zum Beispiel einen Komposter oder wie ich trainiere, aber mehr zeige ich nicht, ich spreche nicht über mein Privatleben, ich zeige nicht den ganzen Tag von morgens bis abends.
Soziale Netzwerke sind toll, man muss sie nur richtig anpacken. Genau wie eine Gabel – entweder isst du gut damit oder du stichst sie jemandem ins Auge. So ist es mit allem. Ich habe bemerkt, dass Netzwerke in Menschen oft ein Gefühl der Minderwertigkeit auslösen. In diesem Fall ist es besser, sie auszuschalten und in der Realität zu funktionieren, in sich selbst zu sein und zu leben. Ich selbst habe zum Beispiel aufgehört, das virtuelle Geschehen sofort zu kontrollieren, nachdem ich morgens aus dem Bett aufstehe. Erst ich, dann Frühstück, Yoga und dann irgendeine soziale Welt. :)
Reist du eher spontan oder musst du einen klaren Reiseplan im Voraus haben?
Eher spontan, was sich unter anderem bald während meiner Reise durch Europa zeigen wird. Für sieben Tage habe ich mehrere Länder auf der Liste und lasse die Fans entscheiden, wohin ich gehe, was ich tun werde. Also mal sehen! :D
Wohin gehst du in nächster Zeit und an welchen bereits besuchten Ort wirst du in Zukunft sicher zurückkehren?
In einer Woche Ungarn, danach reise ich durch Europa, wie ich erwähnt habe, und das Ende des Sommers verbringe ich damit, die Schönheiten der Slowakei zu entdecken. Weihnachten werde ich diesmal in Kalifornien verbringen.
„Was wäre wenn“ ist Zeitverschwendung
Gibt es etwas, das du den Lesern zum Abschluss mitgeben möchtest?
Wahrscheinlich nur, dass jeder seines Glückes Schmied ist und dass das Gerede darüber, was wäre wenn… noch nie jemanden irgendwohin gebracht hat. Los, Dinge tun, denn es ist keine Zeit zu verlieren!
Nochmals vielen Dank, ich wünsche dir einen schönen Rest des Sommers und viele tolle Erlebnisse!
Wer ist Weef?

Reisende, Bloggerin und YouTuberin, aber auch Verfechterin von Minimalismus, Zero Waste und Umweltschutz. Veronika Šubrtová ist einfach eine Frau der Tat, die nicht in der Ecke sitzen und nur auf Veränderung hoffen will. Neben Reisetipps stellt sie Ihnen ohne mit der Wimper zu zucken auch eine ökologische Menstruationstasse oder ihren Wurmkomposter voller Regenwürmer vor.