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Reisen mit Haustieren erfordert eine gründliche Vorbereitung

21. Juni 2018 8 Min. Lesezeit

Ein Haustier bereichert Ihr Leben zweifellos, ist aber gleichzeitig eine große Verpflichtung und auf Reisen oft eine kleine Komplikation. Was sollten Sie beim Reisen mit Haustieren nicht vergessen und wann ist es besser, sie zu Hause zu lassen? Wir haben die Grundregeln für Sie zusammengestellt und auch Experten um Rat gefragt.

Glück begünstigt die Vorbereiteten

Ohne Planung kommt man beim Reisen mit Haustieren kaum aus. Es ist notwendig, sich nicht nur auf die Reise selbst vorzubereiten, sondern auch die geplante Unterkunft an die Tiere anzupassen (Sind Tiere im Hotel erlaubt? Gibt es in der Umgebung Platz zum Gassi gehen?). Selbstverständlich sind ausreichende Futtervorräte, eventuelle Medikamente und alles, was Ihr vierbeiniger Liebling objektiv benötigen würde.

Tipp: Suchen Sie sich zur Sicherheit den Kontakt zur nächsten Tierarztpraxis heraus.

Denken Sie aber auch an die Menschen – finden Sie bei Ihren Mitreisenden heraus, ob sie vielleicht an einer Tierhaarallergie leiden und ob sie bereit sind, gewisse Einschränkungen in Kauf zu nehmen, die durch die Anwesenheit eines Tieres entstehen können.

Urlaub mit Hund

Tiere benötigen für Reisen in die meisten Länder einen Heimtierausweis, einen Mikrochip und vor allem eine gültige Tollwutimpfung. Einige Staaten haben weitere Anforderungen – zum Beispiel Entwurmung oder zusätzliche Impfungen. Es gibt aber auch Länder, wie zum Beispiel Island, in denen Hunde eine zweiwöchige Quarantäne durchlaufen müssen. Wenn Sie also nicht mindestens einen Monat dort bleiben, lassen Sie Ihren vierbeinigen Begleiter lieber zu Hause.

Packen Sie es ein

Reservieren Sie ein kleines Gepäckstück direkt für Ihr Haustier. Vergessen Sie nicht das Hundebett, die Leine, Futter und Leckerlis, das Lieblingsspielzeug oder vielleicht eine Kühlmatte und weitere Gadgets. Denken Sie immer auch an ausreichend Wasser.

Natürlich wollen wir den Teufel nicht an die Wand malen, aber wie man so schön sagt, Unfälle passieren. Haben Sie daher immer ein Foto Ihres Haustieres dabei. Das erleichtert die Identifizierung im Falle eines Verlustes erheblich. Ein Anhänger mit Informationen über den Namen des Tieres und des Besitzers sowie Adresse und Telefonnummer am Halsband hilft ebenfalls. Sie können auch einen Aufkleber mit der Hoteladresse hinzufügen.

Flugreisen

Für eine maßgeschneiderte Empfehlung für Ihr Haustier ist es ideal, direkt Ihren Tierarzt zu fragen – egal ob es um eine Futterumstellung oder die eventuelle Gabe von Beruhigungsmitteln geht.

Überprüfen Sie immer rechtzeitig die Bedingungen der jeweiligen Fluggesellschaft und die Gesetze der Zielländer. Zu den Standardanforderungen gehört ein Gesundheitszeugnis für das Tier. Die meisten Fluggesellschaften erlauben das Reisen mit Katzen und kleinen Hunden in speziellen Transportboxen, die unter den Sitz passen.

Tipp: Berücksichtigen Sie auch die Rasse Ihres Hundes. Zum Beispiel vertragen brachycephale Rassen (Hunde mit kurzer Nase, z. B. Französische Bulldogge oder Boxer) das Reisen schlechter als andere.

Tier im Flugzeug

Ideal ist natürlich ein Direktflug ohne Zwischenstopps. Wählen Sie bei Hitze lieber einen Flug am Morgen oder Abend außerhalb der Temperaturspitzen, im Winter hingegen eher um die Mittagszeit. Kommen Sie auf jeden Fall rechtzeitig am Flughafen an und sorgen Sie bei größeren Haustieren für eine frühzeitige Abfertigung. Wenn Sie das Tier mit in die Kabine nehmen, versuchen Sie, als Letzte einzuchecken. Ein überfülltes Abflugterminal kann das Tier unnötig stressen. Informieren Sie im Flugzeug lieber das Bordpersonal, egal ob Sie den Hund unter dem Sitz oder im Frachtraum haben.

Autoreisen

Es ist ratsam, das Autofahren zu trainieren. Nehmen Sie das Tier vor einer langen Reise einfach auf eine kürzere Fahrt mit, damit es sich daran gewöhnt. Was jedoch ausnahmslos gilt: Lassen Sie das Tier niemals unbeaufsichtigt im Auto (besonders in den Sommermonaten droht Überhitzung, ähnlich wie bei Kindern).

Sie können den Hund im Kofferraum unterbringen, und zwar in einer Transportbox, die gegen Verrutschen gesichert ist. Wenn Sie sich entscheiden, den Hund direkt im Auto zu lassen, sollte er weder auf dem Beifahrersitz noch auf dem Schoß der Passagiere sitzen. Achten Sie gleichzeitig darauf, dass er den Kopf nicht aus dem offenen Fenster streckt – es besteht Verletzungsgefahr oder Infektionsgefahr durch Staub und Schmutz.

Katzen bringt man am besten in einer (ihnen gut bekannten) Transportbox unter. Für kurze Strecken eignen sich auch speziell dafür vorgesehene Taschen für den Transport kleinerer Haustiere. Platzieren Sie die so „verstauten“ Katzen auf dem Rücksitz oder im Kofferraum. Vergessen Sie eine saugfähige Unterlage oder etwas Katzenstreu nicht. Seien Sie jedoch vorsichtig mit der Fütterung – bei zu viel Futter oder falschem Timing droht Reiseübelkeit.

Hund im Auto

Wichtig sind regelmäßige Pausen – etwa alle zwei bis drei Stunden. Gönnen Sie den Haustieren währenddessen etwas Bewegung und frische Luft. Es ist jedoch gut, das Tier vor der eigentlichen Reise auf einen wirklich langen Spaziergang mitzunehmen. Dadurch wird es müde und kann während der Fahrt ausruhen (was ihm und Ihnen zugutekommt).

Die Grundregeln lauten also: Sorgen Sie für die Sicherheit des Tieres (spezielle Geschirre oder Sicherheitsgurte helfen), erhöhen Sie sein Sicherheitsgefühl (geschützter Raum, zeigen Sie ihm Ihre Anwesenheit, sprechen Sie mit ihm) und kümmern Sie sich um seinen Komfort (vergessen Sie nicht, die Temperatur oder die Lautstärke des Radios entsprechend zu regulieren).

Reisen mit Bahn oder Bus

Bei Busreisen müssen Sie erneut die Bedingungen des Transportunternehmens prüfen. Meist ist es ratsam, das Tier in einer Transportbox zu haben und sicherzustellen, dass es nicht in direkten Kontakt mit anderen Passagieren kommt, für die dies möglicherweise nicht willkommen ist. Eine gängige Anforderung ist auch ein schützender Maulkorb.

Reisen mit dem Zug sind in der Regel am wenigsten kompliziert. Statten Sie das Tier mit einem Maulkorb aus, halten Sie alles Notwendige bereit und fragen Sie zur Sicherheit die Mitreisenden im Abteil, ob sie die Anwesenheit des Tieres stört. Ein großer Vorteil ist die Möglichkeit, im Gang spazieren zu gehen oder die Verfügbarkeit von Wasser auf den Toiletten.

Hund in der Tasche

Tipp: Wenn Sie Ihren Hund in die Natur oder auf einen Campingplatz mitnehmen, fragen Sie Ihren Tierarzt nach einem wirksamen Schutz gegen Zecken und Flöhe.

Ein Rat zum Schluss: Seien Sie vernünftig!

Wenn Sie eine anspruchsvolle Wanderung durch die Wildnis oder in die Tropen planen, wo man schon beim Blinzeln schwitzt, denken Sie nach – wäre es für das Haustier wirklich nicht besser, zu Hause zu bleiben? Es kann bei Verwandten sein, die gerne aufpassen, oder vielleicht in spezialisierten Hundehotels.

Wir haben Experten gefragt

Rudolf Desenský, Hundepsychologe:
Rudolf Desenský, Hundepsychologe

Jeden Hund stresst das, was er nicht kennt und was er zum ersten Mal erlebt. Das Stressniveau steigt mit dem Alter und dem Grad des Mangels an richtiger Sozialisierung. Daraus folgt, dass Hunde, die in ständigem Kontakt mit fremden Menschen sind und die die Besitzer fast überallhin mitnehmen, nicht so viel Reisestress erleben werden wie Hunde, die fast nicht „aus dem Haus“ kommen und die nicht mit fremden Menschen in Kontakt kommen. Schließlich ist man im Bus oder Zug nicht allein, selbst um das Auto herum bewegen sich zum Beispiel an Tankstellen andere Menschen. Wenn ein Hund nicht an den Kontakt mit fremden Menschen gewöhnt ist, wird ihn die Bewegung der Menschen in der Umgebung stressen.

Am anspruchsvollsten ist es für Hunde bei Flugreisen, wo besonders bei größeren Hunden, die nicht in die Kabine dürfen, das Flughafenpersonal hantieren wird. Deshalb ist es notwendig, dass der Hund an den direkten Kontakt mit verschiedensten Menschen gewöhnt ist, da ein „berührungsscheuer“ Hund die Bewegung von Menschen oder den Kontakt mit ihnen unnötig als Problem wahrnehmen wird.

Das Reisen selbst kann man ebenfalls trainieren. Ich habe in meinem Rudel mehrere Hunde, die anfangs das Autofahren nicht mochten. Diese Hunde nehme ich überallhin mit, zum Beispiel auch zum Einkaufen, wo sie mit leicht geöffneten Fenstern im Auto auf mich warten. Zuerst fahre ich dorthin, wo ich die Hunde im Auto sehen kann, später lasse ich sie allein im Auto, wenn ich nur kurz einkaufen gehe. Mit der Zeit lernen sie, auch während meines größeren Einkaufs in Supermärkten zu schlafen. Im Sommer ist es jedoch notwendig, die Fenster im Auto nicht geschlossen zu halten, da sich das Fahrzeug innerhalb weniger Minuten in einen heißen Backofen verwandeln würde und Ihr Hund sein Leben verlieren könnte. Nach einiger Zeit fingen meine Hunde an, das Reisen zu mögen, und ich musste eher aufpassen, dass ich nicht vergaß, die Autotür zu schließen. Sie würden nämlich bei mir im Auto wohnen wollen.

Suchen Sie bei Flugreisen nach Bewertungen der Fluggesellschaft, wie sie mit Tieren umgeht. Oft kann man lesen, dass einige Gesellschaften nicht sehr hundefreundlich sind, es gibt sogar Fälle von Todesfällen bei Hunden.

Irena Červeníková, Inhaberin des E-Shops Iridog.cz:

Beim Reisen mit dem Hund können wir auf mehrere Situationen stoßen, die unsere Haustiere gefährden könnten. Die häufigsten sind wohl Verkehrsmittel, unwegsame Stellen bei Ausflügen oder fehlendes Verständnis der Menschen in der Umgebung. Wenn wir zum Beispiel mit dem Fahrrad unterwegs sind, wo das Risiko besteht, dass uns der Hund auf die Straße läuft oder direkt unter das Rad springt, ist es gut, ihn sicher in einer Hundetragetasche oder einer anderen Transportvorrichtung anzuschnallen. Bei Ausflügen und Bergwanderungen, wo es oft scharfe felsige Stellen oder schlammige und rutschige Abschnitte gibt, droht wiederum Ausrutschen und Verletzung.

Seinen Liebling unter Kontrolle zu haben, ist auch im Auto, Zug oder in öffentlichen Verkehrsmitteln notwendig. Nicht alle Menschen sind Tierliebhaber und aus Angst könnten sowohl der Hund als auch die Mitreisenden zu Schaden kommen. Es ist also praktisch, solchen Ereignissen mit Taschen oder Hundetragetaschen vorzubeugen (natürlich bei kleinen bis mittelgroßen Rassen). Die optimale Größe bestimmen wir spielend leicht anhand der Informationen über die Rasse und die Wirbelsäulenlänge des jeweiligen Hundes.

Beim Reisen mit Haustieren sollten wir natürlich vor allem auf klassische Dinge achten, wie die Einhaltung des Trinkregimes (heute kann man auch Reisenäpfe für Wasser kaufen, die aus wasserdichten Textilmaterialien genäht sind. Sie sind also kompakter als Metall- oder Plastiknäpfe.).

Außerdem sollten wir an heißen Tagen beobachten, ob das Tier überhitzt. Manche Rassen sind empfindlicher als andere und müssen stärker gekühlt werden. Was auch mit dem Alter zusammenhängt. Je älter der Hund ist, desto mehr sollten wir ihn beim Reisen beobachten und dafür sorgen, dass es ihm wirklich an nichts fehlt. Wir sollten auch abwägen können, ob der Ausflug für den Hund geeignet ist und nicht unangenehm für ihn sein wird. Einen Hund, der keine Menschen mag, nehmen wir sicher nicht auf ein Volksfest mit, und einen, der frisch operiert ist, werden wir sicher nicht auf anspruchsvolle Wanderungen mitnehmen.

Irena Červeníková, iridog
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