TESTBERICHT: Vaude Tacora 26

13. April 2026 4 Min. Lesezeit

Bei der Auswahl eines neuen Rucksacks hatte ich einige Bedingungen, die er zweifellos erfüllen musste. Ich wollte das so gelobte Netzrücken-System ausprobieren, ein anderes Material als bisher und bestand zudem auf ein geringes Gewicht. Hat sich mein Fang bewährt? Das erfahren Sie weiter unten.

VorteileNachteile
+ bequemes Rückensystem und Schultergurte- Fehlen kleinerer Taschen für Kleinigkeiten
+ Trennfach- Fehlen von Kompressionsriemen
+ geringes Gewicht- hält von alleine nicht die Form
+ integrierte Regenhülle 
+ ökologisches Material und Verarbeitung 
Vaude Tacora 26

Zuerst schwankte ich lange zwischen den Rucksäcken Vaude Tacora 18 und 26. Die kleinere Variante erschien mir jedoch für Tagesausflüge zu klein, auch wegen des gewölbten Rückensystems, das das Volumen deutlich reduziert. Die Wahl fiel also auf die größere Version in Lila. An diesem Modell gefällt mir das klare Design und obwohl es sich um einen Sportrucksack handelt, wirkt er schön feminin und elegant. Ich schätze auch das Green Shape-Zertifikat, das garantiert, dass der Rucksack umweltfreundlich, aus nachhaltigen Materialien und unter fairen Bedingungen hergestellt wurde.

Ein Netz muss nicht nur zum Schaukeln da sein

Vaude Tacora

Bisher war ich eher eine Verfechterin des klassischen Rückensystems mit mittigem Belüftungsraum. Deshalb hatte ich etwas Angst, den Rucksack gleich voll zu beladen. Aber zu meiner Überraschung saß er gut auf dem Rücken und die Kante des Netzes war am Körper keineswegs unangenehm. Die Härte des Netzes können Sie zudem mithilfe einer integrierten Schlaufe genau nach Ihren Bedürfnissen einstellen.

Beim Anblick der Ladung für einen Ganztagesausflug zögerte ich morgens kurz, aber ich muss zugeben, dass ein gutes Rückensystem bei Sommerhitze wirklich Gold wert war. Denken Sie jedoch nicht, dass Sie mit einem Netz auf dem Rücken weniger schwitzen. Das Schwitzen wird nicht gemildert, aber Sie trocknen eindeutig schneller und haben so kein Gefühl von kalten und nassen Rücken.

Bei Ausflügen im Sommer schätzte ich auch die weiche Polsterung an den Schultergurten. Diese sind leicht und fühlen sich dank des weichen Bezugs angenehm an, sodass sie auf nackter Haut nicht scheuern und bequem zu tragen sind. Ihr einziger Nachteil ist ihre Farbe – sie sind nämlich weiß, was im Gelände etwas unpraktisch ist und nach ein paar Ausflügen leicht schmutzig aussieht.

Taschen sind Mangelware

Das elegante Design des Rucksacks Vaude Tacora 26 forderte jedoch seinen Tribut. Im Sinne der klaren Optik waren die Designer wohl gezwungen, auf kleine Taschen an der Vorderseite des Rucksacks zu verzichten. Ehrlich gesagt fehlen sie mir ein wenig – man hat keinen Platz für Taschentücher, Lippenbalsam und ähnliche Kleinigkeiten. In der Vordertasche befindet sich zwar ein Organizer, aber ich fand ihn nicht sehr nützlich (wahrscheinlich habe ich eine untypische Handygröße und eine zu große Geldbörse). Ein selbstverständlicher Bestandteil des Organizers ist ein Schlüsselhalter, das Einzige, was ich wirklich für den Zweck verwendet habe, für den es dort angenäht wurde. Von außen hat der Rucksack zwei Seitentaschen, die auf den ersten Blick nicht so aussehen, als könnten sie viel tragen. Nach einem ganzen Tag mit zwei Flaschen ist ihnen jedoch überhaupt nichts passiert, die Flaschen fielen nicht einmal heraus und hielten gut. Die kleine Tasche am Hüftgurt ist wie geschaffen für mein Smartphone, das ich so jederzeit griffbereit habe, wenn es nötig ist.

Ein großzügiger Eleganter

Der Hauptraum des Rucksacks hat eine integrierte Tasche, in die man eine Trinkblase einsetzen und den Schlauch einfach bis zum Schultergurt führen kann. Der restliche Raum ist ohne Taschen, nur mit der Möglichkeit, den Raum mithilfe einer Trennwand mit Reißverschluss in zwei Teile zu teilen, wodurch Sie zwei separate Stauräume erhalten. Ich habe diese Funktion genutzt und die Kameratasche in das untere Fach gelegt. Die Kamera war so geschützt und den restlichen Platz hatte ich für Kleidung und Proviant zur Verfügung. Wenn Sie die Trennwand offen lassen, haben Sie einen wirklich großzügigen Raum mit zwei Zugängen – unten und oben.

Vaude Tacora

In den Rucksack bekommt man wirklich viel hinein. Beim Packen sollte man jedoch ein wenig darüber nachdenken, wie man die Dinge stapelt. Der leichte Oberstoff ist sehr dünn und hält daher von sich aus nicht die Form und passt sich leicht dem Inhalt des Rucksacks an. Es ist also kein großes Problem, statt eines eleganten Rucksacks eine große lila Kartoffel auf dem Rücken zu haben. Das gilt insbesondere dann, wenn Sie Wanderstöcke am Rucksack befestigen möchten. Tacora verfügt zwar über Schlaufen direkt für Wanderstöcke, aber wenn Sie den Rucksack falsch packen, lassen sich die Stöcke schwieriger in die Schlaufen hängen.

Das endgültige Urteil

Und wie lautet die Antwort auf die Frage in der Einleitung? Nach einigen Testausflügen kann ich mit gutem Gewissen sagen, dass ich mit dem Rucksack zufrieden bin. Ich sehe darin eine Kombination aus einem funktionellen Sportrucksack und einem eleganten Design, sodass Sie ihn ohne Bedenken auch in die Stadt mitnehmen können, ohne dabei deplatziert zu wirken. Er ist wunderbar leicht und die weich gepolsterten Gurte machen das Tragen maximal angenehm. Abgesehen von den erwähnten kleinen Mängeln bereue ich meine Wahl also keineswegs.

Rucksäcke Vaude und Deuter

Tipp zum Schluss: Verpassen Sie nicht die anderen Testberichte in der Rubrik Wir testen!

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