Nutzen Sie den Gutschein BAGMASTER10 und erhalten Sie 10 % Rabatt auf nicht reduzierte Bagmaster Produkte. Gültig bis 9. 8. 2026.

Schritt für Schritt (7): Wie man sich beim Trekking nicht verläuft

13. April 2026 7 Min. Lesezeit

Heutzutage haben die meisten von uns ständig ein Smartphone dabei. Wenn man sich irgendwo verläuft, ist das kein Problem: Ein paar Klicks genügen, mobile Daten an und die Karte laden. Selbst Internet ist nicht nötig, wenn man sich vorab Offline-Karten herunterlädt. Die GPS-Navigation zeigt einem dann mit recht hoher Genauigkeit sofort an, wo man sich befindet. Die Arbeit mit einer Karte ist also ein veralteter Zeitvertreib für Waldläufer und hat heutzutage keinen praktischen Nutzen mehr.

Das sehe ich natürlich anders, sonst hätte ich dem Thema Orientierung nicht einen weiteren Teil der Serie Schritt für Schritt gewidmet.

Den Fortschritt kann man nicht aufhalten... oder doch?

Wie ich bereits im ersten Teil über die Ausrüstung erwähnt habe, ist ein Mobiltelefon ein wahres Wunderwerk, das gleich mehrere Funktionen vereint: Internet, Hilfe rufen, Taschenlampe, Karte und vieles mehr. Wenn Ihr zerbrechliches Telefon jedoch kaputtgeht, ausfällt, nass wird oder der Akku leer ist, verlieren Sie all diese Werkzeuge auf einmal. Auch GPS-Empfang hat man nicht überall.

Um jedoch nicht nur bei pessimistischen Szenarien zu bleiben: Selbst wenn die Technik einwandfrei funktioniert, wird sie Ihnen nicht sagen, welchen Weg Sie besser einschlagen sollten. Deshalb ist es gut, die Sprache der Karte zu verstehen und sie lesen zu können. Nicht zuletzt fördert die Arbeit mit der Karte Ihre Fähigkeiten und Ihren Intellekt und kann Sie der Landschaft näherbringen.

Höhenlinien – der Fingerabdruck der Landschaft

Die Grundlage des Kartenlesens ist das Verständnis des Prinzips der Höhenlinien. Dabei handelt es sich um Kurven, die Punkte gleicher Höhe über dem Meeresspiegel verbinden. Die Höhenlinien auf der Karte sind in regelmäßigen Abständen (der sogenannten Äquidistanz) gestaffelt. Diese Angabe finden Sie in der Kartenlegende; sie variiert je nach Maßstab. Ein Abstand von 10 Metern bedeutet, dass Sie, wenn Sie auf einer Höhenlinie stehen, etwa 10 Meter aufsteigen müssen, um zur nächsten zu gelangen.

Wenn die Höhenlinien auf der Karte dichter beieinander liegen, bedeutet dies, dass der Hang steiler ist, und umgekehrt. Anhand der Höhenlinien erkennen wir also, ob wir auf- oder absteigen und wie stark. Wenn Sie Energie sparen möchten, können Sie einen Weg wählen, der entlang der Höhenlinie verläuft (z. B. auf einem Grat oder zwischen zwei Hängen).

Sehr sanfter Hang (Vysočina, Mapy.cz)

Höhenlinien können jedoch mehr. Sie helfen Ihnen zum Beispiel bei der Orientierung. Der Schlüssel dazu ist die Fähigkeit, sich die Landschaft als 3D-Modell vorzustellen und ihr Relief wahrzunehmen – wo das Gelände abfällt und wo es wieder zu steigen beginnt. Der Vergleich der auf der Karte erstellten Vorstellung mit der Realität hilft Ihnen dann, Ihren Standort zu bestimmen, falls Sie beispielsweise zwischen zwei Koordinaten schwanken. Mehrere Orte auf einer Karte können identisch aussehen, aber das Relief ist selten völlig gleich. Wenn Sie es also mit anderen Landschaftselementen kombinieren, können Sie Ihren Standort leichter und genauer bestimmen.

Höhenlinien 1
Höhenlinien 2

Sehr steiler Hang (Schneekoppe/Sněžka, Mapy.cz)

Sprechen Sie mit der Karte

Die Kunst, der Karte zuzuhören, basiert auf der Fähigkeit, Fragen zu stellen. Sie können sie also zum Beispiel fragen: Fällt das Gelände ab oder steigt es an? Erhebt sich der Hang auf der rechten oder linken Seite des Weges? Entspricht das Gefälle des Geländes den Höhenlinien auf der Karte an der Stelle, an der Sie sich vermuten? Ist der Gipfel, den Sie vor sich sehen, höher oder niedriger als der daneben? Die Antworten auf diese Fragen können Ihnen helfen, sich zu lokalisieren oder Sie beispielsweise warnen, dass Sie auf dem falschen Weg sind.

Für die Fortbewegung in unbekanntem Gelände ist es daher entscheidend, so viele Informationen wie möglich aus der Karte gewinnen zu können. Ich persönlich habe gute Erfahrungen damit gemacht, die Karte im Voraus zu „lesen“, auch wenn ich auf einem markierten Weg gehe. Das bedeutet, dass ich nicht erst auf die Karte schaue, wenn ich mich verlaufen habe, sondern alle ca. fünf Kilometer den nächsten Abschnitt betrachte. In schwierigerem Gelände ist es nützlicher, kürzere Abschnitte zu lesen.

Das Lesen der Karte ermöglicht es, schnell festzustellen, dass man vom Weg abgekommen ist, wenn man beispielsweise merkt, dass man am Waldrand entlanggehen sollte, während man sich im Wald befindet, oder dass die Route über einen befestigten Weg führt und nicht über einen Feldweg usw. Ich achte zum Beispiel darauf, auf welcher Seite des Weges der Bach fließt, wo ich eine Brücke überquere, wo ich eine Straße kreuze und natürlich auf die erwähnten Höhenlinien. Nützlich sind markante Orientierungspunkte wie einsame Gebäude, Bildstöcke, Kapellen, Teiche, Kreuzungen, Berggipfel und Linien, zu denen die bereits erwähnten Bäche, Wege, Straßen und Stromleitungen gehören. Die Kombination verschiedener Linien und Punkte kann Ihnen bei der Orientierung sehr helfen.

Lassen Sie sich führen

Manchmal kommt es jedoch vor, dass das Gelände sehr unübersichtlich ist (keine Anhaltspunkte enthält) oder sich im Vergleich zur Karte verändert hat (z. B. entstehen im Wirtschaftswald ständig neue Wege und alte verschwinden). In einem solchen Fall hilft ein zuverlässiger Kompass (idealerweise eine Marschkompass-Buzola). Dieser zeigt Ihnen nicht nur die richtige Richtung, sondern Sie können auch mit Hilfe markanter Punkte in der Ferne (Aussichtstürme, Berggipfel usw.) Ihren Standort auf der Karte durch das Finden einer Schnittlinie von Azimuten bestimmen.

Der Azimut ist der Winkel, den eine bestimmte Richtung in der horizontalen Ebene mit der Nordrichtung bildet. In einer Umgebung, in der es wirklich nichts anderes gibt, an dem man sich festhalten kann, ist es die einzige Möglichkeit, nach Azimut zu gehen. In anspruchsvollem Gelände, wie zum Beispiel im Wald, ist das Gehen in einer festen Richtung jedoch sehr schwierig, wenn nicht gar unmöglich. Die Ausrichtung nach Azimut eignet sich daher besonders für offene Flächen wie unbestellte Felder oder Ebenen.

Und was ist nach Einbruch der Dunkelheit?

Nachts sind die Lichter von Dörfern und insbesondere Städten ein guter Indikator, die sich an den Wolken spiegeln oder über dem Horizont leuchten. Sie können Ihnen den nächsten Weg in die Zivilisation zeigen oder Ihnen bei der Orientierung helfen. Ein klarer Himmel ermöglicht auch die Orientierung nach den Sternen. Wenn Sie kein Astronom sind, wird Sie vor allem ein Stern interessieren, da alle anderen Objekte am Himmel für Beobachter auf der Nordhalbkugel in Bewegung sind.

Der bekannte Polarstern liegt fast auf einer geraden Linie mit der Erdrotationsachse in Richtung des Nordpols. Die anderen Sterne drehen sich scheinbar um ihn herum. Mit Hilfe des Polarsterns können Sie also leicht Norden bestimmen. Der Stern ist Teil des Sternbildes Kleiner Bär (Kleiner Wagen) und bildet die Spitze seines Schwanzes. Sie finden ihn einfach, wenn Sie die Achse zwischen den beiden Sternen des Großen Bären (Großer Wagen) 5-mal verlängern, siehe Abbildung. Norden kann auch mithilfe von Flechten an Bäumen oder Ameisenhaufen bestimmt werden, aber diese Methoden können in der Praxis recht ungenau und somit irreführend sein.

Orientierung beim Trekking 7 - Bestimmung des Polarsterns

Bestimmung des Polarsterns, Quelle: www.astro.cz/clanky/hvezdy/polarka-se-znovu-probouzi-k-zivotu.html

Die Fähigkeit, sich im Gelände zu orientieren, ist meiner Meinung nach eine Grundvoraussetzung für ein erfolgreiches Trekking. Sie erspart Ihnen nicht nur unnötiges Herumirren und eine Verlängerung der Route, sondern kann auch dazu dienen, Hilfe zu rufen. Zu diesem Zweck gibt es auch Rettungspunkte, die in der Natur, insbesondere in Gebirgen, verteilt sind. Sie werden durch gelbe Schilder dargestellt, die beispielsweise an Bäumen angebracht sind und auf denen ein Code steht. Wenn Sie Hilfe rufen und die Nummer des nächstgelegenen Punktes angeben, können die Rettungskräfte Sie anhand dieser leicht lokalisieren.

Natürlich können Sie auch GPS-Daten durchgeben (ein unschätzbarer Helfer ist in dieser Hinsicht die mobile App Záchranka, mit der Sie per Klick die 155 anrufen und gleichzeitig eine SMS mit Ihrem Standort senden können). Wenn Sie sich jedoch nicht in der Nähe eines Rettungspunktes befinden, kein Signal haben oder das Telefon einfach den Dienst verweigert, bleibt Ihnen nur die eine alte, bewährte Technik – die Arbeit mit der Karte.

In der Trekking-Serie Schritt für Schritt sind wir gemeinsam die Vorbereitung auf die Wanderung durchgegangen – was man einpacken sollte, welchen Rucksack man wählen sollte, wie man seine Ausrüstung und sich selbst vorbereitet – aber wir haben auch zusammengefasst, was man beim Trekking essen sollte, wie viel man trinken sollte und wie man die richtige Richtung findet. Nun bleibt der letzte Schritt: sich von der Serie zu verabschieden und Ihnen eine gute Reise zu wünschen. Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit und wünsche Ihnen, dass alle Ihre Abenteuer reibungslos, freudig und erfüllend sind. Und seien Sie nicht traurig über den Abschied... Ihre Reise fängt doch gerade erst an!

Auf Wiedersehen in weiteren, eigenständigen Artikeln oder im Bagalio-Geschäft in Brünn!

Jan Horák

Fotoquelle Nr. 4: Annie Spratt (Unsplash)

Akceptujeme karty VISA Akceptujeme karty Mastercard Akceptujeme karty Maestro Akceptujeme Google Pay Akceptujeme Apple Pay